Der Hohe Dom St. Maria, St. Liborius, St. Kilian ist die Kathedralkirche des Erzbistums Paderborn und liegt im Zentrum der Paderborner Innenstadt, oberhalb der Paderquellen. Die ortsbildprägende Anlage mit dem markanten mächtigen Westturm über dem Chor, der von zwei runden Türmen flankiert wird, ist überwiegend in spätromanischen und gotischen Formen gehalten.
Kirchendaten
- Konfession: römisch-katholisch
- Diözese: Erzbistum Paderborn
- Schutzpatron: Maria, Liborius, Kilian
Geschichte
- Baubeginn (Jahr): 1058
- Einweihung: 22.07.1068
- Baustil: Romantik, Gotik
- Bautyp: Hallenkirche
Zwischen Dom und Kaiserpfalz sind die Fundamente der karolingischen Pfalz Paderborn sichtbar. Unmittelbar daneben steht die 1017 geweihte Bartholomäuskapelle, die als ältester Hallenkirchbau nördlich der Alpen gilt. Weiter östlich stehen der Kreuzgang des ehemaligen Domklosters sowie das Erzbischöfliche Generalvikariat. Südlich des Doms öffnet sich das Gelände zum großen Domplatz, südwestlich steht heute das Diözesanmuseum.
Der Dom ist drei Heiligen geweiht: Maria (Mutter Jesu), Kilian und Liborius von Le Mans. Liborius ist auch erster Patron der Stadt und des Bistums. Seine Gebeine wurden 836 unter Kaiser Ludwig dem Frommen im Rahmen der damals üblichen Reliquientranslationen aus Frankreich in die Bischofsstadt Paderborn geholt. Hintergrund dessen war, dass Paderborns damaliger Bischof Badurad durch die Wunder, die er von den Reliquien erhoffte, den christlichen Glauben der noch heidnisch geprägten Sachsen festigen wollte. Zu einer für mittelalterliche Verhältnisse günstigen Reisezeit brach eine Delegation von Gesandten des Bischofs unter Leitung des Archidiakons Meinolf auf. Am 29. April wurde diese Delegation von Bischof Aldrich in Le Mans empfangen. Man übergab ihnen die Gebeine des hl. Liborius, und am 28. Mai erreichte die Gruppe wieder das Bistum Paderborn. Dies geschah unter großer Teilnahme des Volkes. Zum Gedenken an dieses Ereignis findet jährlich im Juli in Paderborn das Libori-Fest statt.
Der Paderborner Dom ist eine dreischiffige Hallenkirche mit einem Langhaus von vier Jochen Länge, zwei Querhäusern und zwei Chören. Besonders charakteristisch ist der mächtige romanische Chorturm über dem Westchor, der mit einer Höhe von 93 Metern die Innenstadt weit überragt. An seinen beiden Ostecken befinden sich niedrigere, runde Treppentürme. In der Krypta, die mit einer Länge von 32 m eine der größten in Deutschland ist, werden die Gebeine des hl. Liborius aufbewahrt. Der Westchor dient heute liturgisch nicht mehr als Altarraum. Der älteste Teil des heutigen Doms ist die von Vorgängerbau übernommene Paradiesvorhalle vor dem Hauptportal am südwestlichen Querhaus.
Baumaße:
- Länge: 104 Meter
- Höhe des Turmes: 93 Meter
- Breite des Langhauses (ohne Seitenkapellen): 32 Meter
- Höhe des Hauptschiffs: 19 Meter